Nach einem souveränen Start im Grunddurchgang konnte sich Martin Strempfl in Serie drei in Führung des hochkarätig besetzten Teilnehmerfeldes dieses Luftgewehr-Weltcups bringen und behielt diese bis zur fünften und vorletzten Serie. In Serie sechs gelang es lediglich den beiden Chinesen Yukun Liu (630,1 Ringe) und Zicheng Hui an Strempfl vorbeizuziehen. So beendete der Steirer den Grunddurchgang mit 629,2 Ringen vor dem amtierenden Weltmeister und Weltranglistenführenden Sergey Kamenskiy (RUS) als ausgezeichneter Dritter.

Dass Strempfl ein guter Finalist ist, hat er schon mehrfach bewiesen, so unter anderem mit seinem Österreichischen Finalrekord von 252,1 Ringen (der aktuelle Finalweltrekord liegt bei 251,2 Ringen) im vergangenen Jahr. Spannend war daher das Luftgewehrfinale dieses Weltcups mitzuverfolgen – ging es doch für ihn um die reelle Chance, einen Olympiaquotenplatz zu erreichen. In der ersten Fünferserie brachte Strempfl 51,1 Ringe auf die Scheibe und lag damit ringgleich mit Hui auf Zwischenrang drei. Mit starken 51,9 Ringen in der zweiten Fünferserie hielt er die Position. Mit zweimal 10,4 in der ersten Eliminationsserie (jeweils zwei Schuss) arbeitete sich Strempfl auf den zweiten Platz vor und lag damit hinter Hui und vor Kamenskiy, der in der folgenden Serie die Führung übernahm. In seiner vorletzten Eliminationsserie kam Strempfl noch einmal auf den zweiten Platz vor und schoss mit nur 0,3 Ringen Rückstand auf Kamenskiy um den Sieg mit. Zweimal 9,9 in seiner letzten Serie ließen ihn jedoch im Ranking zurückfallen – so beschloss Martin Strempfl diesen Weltcup als hervorragender Vierter. Der Sieg ging an Sergey Kamenskiy, Zweiter wurde Yukun Liu vor Landsmann Zicheng Hui.

Nach anfänglicher Enttäuschung über die verpasste Medaille kann sich der Luftgewehrspezialist durchaus über den unglaublichen Erfolg dieses Tages freuen: Nachdem der Sieger Kamenskiy, und der Drittplatzierte Hui bereits bei der WM Changwon 2018 Quotenplätze erzielt hatten, gingen die beiden zu vergebenden Quotenplätze in diesem Luftgewehrbewerb an Yukun Liu und Martin Strempfl. Der Steirer holte damit das erste Ticket des ÖSB-Teams zu den kommenden Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio.

Strempfl: „Ich habe gewusst, dass ich sehr gut drauf bin, wollte unbedingt ins Finale und wenn man mal im Finale steht, möchte man natürlich auch gewinnen. Dafür hat es heute zwar nicht gereicht, aber ich konnte meine Leistung, die ich derzeit im Training bringe, abrufen. Mit einem Quotenplatz habe ich nicht gerechnet – meine Konzentration galt der Finalqualifikation und es ging mir darum, mein Bestes zu geben. Da ich wusste, dass einiges möglich ist, war es mental ein sehr harter Wettkampf für mich. Die Unterstützung des gesamten Teams, das mich begleitet und mitgefiebert hat, hat mir sehr geholfen.“

Die beiden weiteren Österreicher konnten ihr Talent in der heutigen Konkurrenz leider nicht unter Beweis stellen und belegten Plätze im Mittelfeld: Bernhard Pickl (NÖ) wurde mit 625,5 Ringen 27. und Alexander Schmirl belegte den 58. Platz (620,8 Ringe).

Ergebnisse & Finalvideo: issf-sports.org

Bild: Martin Strempfl (Foto: Margit Melmer, ÖSB)